Mein Camino de Santiago

Zunaechst einmal moechte ich mich entschuldigen, dass dieser Beitrag erst so spaet kommt, schließlich ist der Camino schon ueber eine Woche her. Also jetzt, hier mein Bericht:

Die eigentliche Reise begann erst am Freitag, doch ich durfte/ musste schon am Donnerstag los, da das Flugzeug schon um 6 Uhr morgens starten sollte und ich deswegen bei einer Freundin in Madrid uebernachten musste. Das war aber gut so, denn dadurch hatte ich nicht nur zwei Tage schulfrei, sondern auch einen wunderschoenen Tag mit meinen AFS Freundinnen in der Hauptstadt Spaniens.

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Retiro Park in Madrid/ Auch ich bin dort Boot gefahren 🙂

(Ironie on) Der naechste Tag begann gut (Ironie off), meine Freundin und ich hatten um eine Stunde verschlafen und schafften es gerade noch puenktlich zu sein. Am Flughafen trafen wir dann auf die anderen Madrider, insgesamt waren wir 16 Personen. Beim Sicherheitscheck gab es dann eine weitere Ueberraschung, denn bei mir piepte es und ich wurde nicht nur abgetastet, sondern auch erstmal einem Drogentest unterzogen.. haha. Naja, immerhin lief es nicht nur bei mir anders als erwartet, denn eines der Maedchen hatte vergessen ihr Pfefferspray aus der Tasche zu nehmen. Gluecklicherweise ist ihr das noch vorher aufgefallen und konnte es rechtzeitig wegschmeissen.

Nach einem kurzen Flug mit wunderschoenem Sonnenaufgang im Ruecken, sahen wir erstmal recht wenig von Santiago de Compostela, denn wir fuhren gleich mit einem Minibus ca 100 km runter nach Porriño zu unserem Hostel.

Dort wurde der Rest der fuenfzigkoepfigen Gruppe erst gegen Abend  erwartet und darum machten wir noch spontan einen Ausflug ins 15km entfernte Portugal. Man erwartet es zwar eig nicht, doch es ist schon anders als Spanien, auch wenn die beiden Laender dort nur ein Fluss trennt.

(Auf den Fotos (beide von meiner Freundin aus Madrid) sind die Bruecke nach Portugal, sowie der „Grenzuebergang“ zu sehen)

Als es dunkel wurde, trafen dann nach und nach alle ein. Italiener, Oesterreicher, Deutsche, Finnen, Tuerken, Kanadier, Amerikaner, Mexikaner, Japaner, Thailaender, Philipinen und auch Spanier waren mit dabei. Eine kulturelle Vielfalt, wie man sie sonst nicht erlebt.

Und dann, am Samstag ging es richtig los mit dem Wandern, 18km schafften wir an diesem Tag bis nach Redondela. Es gab gutes Wetter, alle waren gut gelaunt und ich habe viele neue Leute kennengelernt wie z.B die quirlige Phillipinerin Sandy. Nach dem Mittagessen hiess es dann erstmal Stempel sammeln, denn pro Tag muss man mindestens zwei in seinem Stempelheft stehen haben, um am Ende eine Urkunde zu erhalten. Diese erhaelt man in allen moeglichen Geschaeften wie z.B. Baeckerreien und Cafés.

(Bilder vom schoenen Galizien und ein Meilenstein)

Die naechsten Tage gingen wir 18,2km, 23km, 18,5km und zum Schluss 25,2km. Dabei erreichten wir die Staedte Pontevedra, Caldas de Reis – ja, es heisst Reis, ich habe mich nicht verschrieben – Padrón und letztendlich Santiago de Compostela. Dabei ist eine Stadt besonders hervorzuheben: Genau, Caldas de Reis, aber nicht, weil dort Reis herrgestellt wird, sondern weil diese Stadt warme Thermalquellen besitzt, denen sogar heilende Kraefte fuer Fuesse und Beine zugeschrieben werden!

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Fussbad in einer der thermalen Quellen

Nach jedem Kilometer, kamen immer mehr Blasen und Blassuren bei den Anderen hinzu und auch der Kofferraum des Autos wurde immer voller. Zum Schluss legte auch ich meinen Rucksack ab und nach einer abenteuerlichen und schlaflosen Nacht in einer grossen Herberge, waren alle noch froher ueber die taegliche Pausen mit Wasser, Aepfeln, Bananen und Muesliriegeln.

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Was kann ich noch erzaehlen? Ah, ja! Wir hatten naemlich auch tierische Begleiter in Form von Hunden. Diese begleiteten uns ueber mehrere Kilometer und liessen sich gerne streicheln. Eine willkommene Abwechslung! Auch andere Tiere wie Kuehe, Schafe, Ziegen, aber auch Minischweine begegneten uns.

Dann kam letzte Tag, schneller als gedacht und alle, ausser der „Madridgruppe“ flogen schon frueh ab, sodass die Abschiedsfeier schon am Abend war. Wir Madrider hingegen hatten  noch bis 22 Uhr Zeit und deswegen entschieden wir uns, mit den Betreuern, den Tag am Meer in O Coruña zu verbringen. Ich kann nur sagen WOW! Kalt, aber WOW!

Dann endlich ging es mit einer Stunde Verspaetung im Nachtflug zurueck nach Madrid.

Und um 2 Uhr schliesslich kam ich mit meiner Freundin bei ihr zu Hause an und wir schliefen fast sofort erschoepft und gluecklich ein.

Dieses Abenteuer, das ich erlebt habe, wird mir noch lange in Erinnerung bleiben. Ich habe so viele neue nette Leute kennengelernt und viel ueber mich selbst gelernt. Darum, ich kann nur jedem empfehlen, auch wenn man viel laufen muss und das weiss Gott nicht so leicht ist, diesen alten Pilgerpfaden zu folgen, ob alleine oder mit anderen ist egal, denn dies ist eine Reise, die sich in dein Gedaechnis einbrennen und dich nie wieder loslaessen wird.

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THE END 😉

Schoenes Granada

Letzte Woche bekam ich durch einen ploetzlichen Schulstreik die Gelegenheit Granada und zwei gute AFS Freundinnen zu besuchen. Zuerst traf ich mich mit meiner Freundin, mit der ich zusammen in Murcia gewohnt habe und die dort witzigerweise gerade Urlaub machte. Dabei lud mich ihre Familie grosszuegigerweise dazu ein, mit ihnen die zwei Tage zu verbringen und machten auch gleich eine Touritour durch Granada mit allem drumm und dran. Wir gingen zu vielen alten Kirchen, die wirklich allesamt kunstvoll ausgestattet sind. Vieles ist mit Gold ueberzogen, schoene Statuen und Bilder schmuecken die grossen Hallen und uralte Relikte, wie die Krone und Schwert von Koenig Ferdinand gab es auch zu bestaunen. Auch besuchten wir die vielen arabischen Staende, die sich inzwischen schon zu einer richtigen Touristenattraktion gemausert haben.

Am Abend gingen wir dann zum absoluten Highlight meiner kleinen Reise: Eine Flamencoshow in einer alten ausgebauten Hoehle! Es war genial und zu cool, als das es mein Handy festhalten konnte. Ich muss sagen, ich bin wirklich schwer beeindruckt! Es wirkt alles so leicht, doch wenn man genau hinschaut, sieht man wie viel Muehe wirklich hinter den anmutigen Bewegungen steckt. In einer kleinen Pause ging ich mit meiner Freundin noch auf die Terasse, die einen tollen Ausblick auf fast ganz Granada bei Nacht bot.

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Nach einem tollen Abendprogramm, hiess es dann, bis zum naechsten Morgen Abschied zu nehmen. Netterweise brachten sie mich alle noch mit einem Taxi zu meiner AFS Freundin aus der Tuerkei, bei der ich die Nacht ueber blieb.

Der naechste Tag begann frueh, schon um 7.40 Uhr klingelte der Wecker. Vielleicht wissen es noch nicht alle, aber Granada ist auf einem Berg gebaut und meine Freundin wohnt fast ganz oben. Um uns fuer den Weg zum Treffpunkt  mit den Anderen zu staerken, zu dem mich begleitete, assen wir uns deswegen erstmal an Goffres, einem iberisches, sehr leckerem Fettgebaeck, satt.

Danach setzte ich erstmal meinen Weg mit der Familie aus Castellon fort. Dieser fuehrte uns zu einer der beeindruckensten Attraktionen dieser Stadt, der Alhambra. Eine riesige Burganlage, die eines der schoensten Beispiele des maurischen Stils, der islamischen Kunst darstellt.

 

Eine spanisch gefuehrte Tour wies uns ein, in eine geheimnissvolle Vergangenheit, mit vielen bunten Farben und Liebe zum Detail, es schien wie eine andere Welt. Die 150 Jahre Bauzeit haben sich definitiv gelohnt!

Nach unserer dreistuendigen Tour, folgte ein erneuter Abschied, doch diesmal weniger schlimm wie beim letzten Mal, da sie mich schon in zwei Wochen mit meiner anderen Freundin aus Murcia hier in Málaga besuchen wird.

Um diese Zeit war jedoch erst frueher Nachmittag, sodass ich mich nochmals mit meiner Freundin aus Granada traf. Sie zeigte mir einen wunderschoenen Aussichtspunkt an einem der hoechsten Punkte der Stadt, an dem wir einige Stunden plaudernd und lachend verbrachten. Ausserdem gingen wir noch Tapas – kleine spanische Appetithaeppchen – essen. In Granada laueft dies allerdings ein wenig anders, als in anderen Teilen Spaniens, denn hier bekommt man die Tapa gratis zu einem Getraenk dazu, welche dann auch noch so gross sind, dass man locker fuer gerade mal zwei Euro satt wird.

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Man sieht die Alhambra in Hintergrund

Erst als es dunkel wurde, stieg ich in den Bus nach Hause. Gluecklich und mit dem festen Plan, diese wundervolle Stadt und meine Freundin bald wiederzubesuchen.

 

Mein Abenteuer geht weiter

Und meine Erlebnisse werden nicht weniger. Der Holirun war wundervoll. Letzten Endes war ich mit fuenf Freundinnen unterwegs und wie auch alle anderen vierzehntausend Teilnehmer hatten wir viel Spass und waren zum Ende bunt wie Konfetti: Blau, gruen, gelb, rot, orange und rosa und nach dem fuenf Kilometerlauf hiess es dann weiterfeiern, mit viel Musik und noch mehr Farbpulver. Mein Resultat? -> Naechstes Jahr geh ich wieder hin. Wenn nicht in Spanien, dann in Deutschland!

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Am Freitag darauf musste ich dann von meiner alten Familie Abschied nehmen, die leider aus privaten Gruenden unser gemeinsames Abenteuer abbgebrochen hat. Dafuer ging es erstmal auf nach Benejarafe zu meiner AFS Tutorin und ihrem Mann, als Uebergangsfamilie. Es war ein wunderschoenes Wochenende, dass ich nicht vergessen werde. Ich hatte viel Spass mit ihnen, ihrem Hund Maxi und den drei Katzen, die alle zusammen auf einem riesigen Grundstueck mit viel Gruen, auf dem Land wohnen. Und das Schoenste: Nach fuenfmonatiger Pause, durfte ich endlich wieder reiten und habe mich dabei gar nicht mal so schlecht geschlagen.

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Minero und ich

Drei Tage spaeter ging es dann endlich los, zu meiner neuen und hoffentlich auch letzten Gastfamilie, die meiner Organisation am Freitag zugesagt hatte, mich aufzunehmen. Eine siebenkoepfige supernette Familie, die auch hier in Málaga wohnt, allerdings viel naeher am Zentrum dran. Vor mir haben sie schon drei andere Ausstauschueler aufgenommen und damit auch viel Erfahrung, wie ich merke. Ich habe drei Gastbrueder (17, 18 und 27), wobei der Kleinste fuer dieses Jahr mit AFS in Deutschland ist und zwei Schwestern (20 und 22). Die Aelteste arbeitet noch bis Anfang Juni auf einer Insel in der Naehe von Madagaskar als Spanischlehrerin kommt dann jedoch rechtzeitig zurueck, sodass ich sie noch kennenlernen werde und mit der Juengeren, die an der Uni studiert, teile ich mir ein Zimmer. Das finde ich aber nicht schlimm, denn das Familienleben spielt sich im Wohnzimmer ab, wo sich stehts unterhalten und gestrickt, ja, richtig gelesen, gestrickt wird, denn meine Gasteltern haben eine kleine „Kuscheltierfabrik“. Taeglich stricken sie supersuesse Plueschhasen, Hunde und mehr, die sie dann in die ganze Welt hinaus schicken.

Am Sonntag war ich dann mit meinem Gastbruder bei einem Basketballspiel – Málaga vs Murcia. Die Maenner der Familie sind naemlich die totalen Basketballfans und haben sich deswegen vier Jahreskarten gekauft, um alle Spiele mit ansehen zu koennen. Leider erlebt das Team im Moment ein Tief und verlor, wie schon so oft davor auch an diesem Tag. Trotzallem war es ein tolles Erlebnis! Eine riesige Arena, viele Leute, viele Fans mit Trommeln und Trompeten, die ihr Team angefeuert haben und es gab sogar richtige Cheerleader! Und ich dachte, das Basketball nur in Amerika ein grosses Thema waere..

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Und nun, nach einer Woche Ferien geht Morgen die Schule wieder los. Allerdings in einer anderen, denn meine Alte liegt zu weit entfernt. Doch das macht nichts, denn ich freue mich schon auf die neuen Leute, die ich alle kennenlernen werde und das gemeinsame Paella Kochen mit der Klasse im Maerz. Ausserdem ist die Schule im Gegensatz zu meinen vorigen sehr klein und daher familiaer, was mir viel besser gefaellt.

Ich bin schon gespannt, was mir in den kommenden Wochen noch alles passieren wird: Evtl statte ich meinem alten Dorf in Murcia einen Besuch ab. Was aber sicher ist, ist, dass ich Ende Maerz ein Stueck des Camino de Santiago mit meiner Organisation laufen werde und ein Besuch in Barcelona im April steht auch noch an.

Ich hoffe, euch hat mein zweiter Blogeintrag gefallen. Mal schauen, wann ich wieder Zeit finde, was zu schreiben. Unten habe ich noch ein paar Bilder eingefuegt, auf die ich jetzt nicht weiter eingegangen bin.

Und zum Schluss: Einen wunderschoenen Wochenstart euch allen!!

 

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Roemisches Theater im Zentrum Málagas
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Kleiner Eidechsenbesuch an meinem Fenster

Hier bin ich

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La Santa Iglesia Catedral Basílica de la Encarnación in Málaga 

Ich weiss nicht, ob sich hier auch andere Leute, als meine Familie und Freunde umsehen, weswegen ich mich einmal kurz vorstellen werde:

Hallihallo, mein Name ist Lotti (Carlotta), ich bin vor kurzer Zeit 17 Jahre alt geworden, komme aus Deutschland und verbringe seit 5 Monaten mein Auslandsjahr in Spanien. Nach einem Familienwechsel lebe ich nun seit ca 2 Monaten in Málaga. Da ich nicht mehr soviel mit dem Handy unterwegs sein will, aber alle Interessierten auf dem neuesten Stand halten moechte, habe ich mich dazu entschieden, aufs Bloggen umzusteigen. Ich werde versuchen alle 1-2 Wochen einen kleinen Bericht zu schreiben. Leider habe ich noch keine grosse Uebung im schreiben, hoffe aber, dass es euch trotzdem gefaellt.

Fangen wir also gleich an, denn seit dem letzten (familiaeren) Update ist wieder viel passiert. Dieses Wochenende z.B verbrachte ich mit 10 anderen Austauschschuelern in Sevilla. Wir sprachen viel ueber unsere Probleme und deren Loesungen, was mir sehr geholfen hat und gingen danach noch zsm essen. Im Gegensatz zu meiner alten Gruppe, ist diese gespraechiger und vor allem diskutierfreudiger, was mich sehr freut, denn die Diskussionen sind eig immer sehr spannend mit anzuhoeren und ich habe sehr viel fuer mich selber mitgenommen. Zudem werde ich einige schon bald besuchen gehen!

Morgen ist dann mal wieder Schule angesagt.. hm, muss nicht unbedingt sein! Die Leute hier sind naemlich ganz anders als man sagt, immer fleissig am Lernen und unterhalten sich quasi nur in der Pause (wie es sich ja auch gehoert ;)) und da mein Spanisch zwar schon gut, aber noch nicht perfekt ist, also nicht alles verstehe, sind die Stunden bis dahin oftmals eine Geduldsprobe – vom Luxusreligionsunterricht, mit nur zwei Personen, Englisch und Sport mal abgesehen.

Und eendlich, endlich bin ich fuer den Holirun am naechsten Wochenende angemeldet. Warum erst jetzt? Ganz einfach, ich brauchte eine Gruppe von 4 Leuten, die abererst heute zugestimmt haben – typisch spanisch, immer ein wenig spaet dran. Jetzt habe ich allerdings das Ticket im Sack, bzw im Handy und bin schon mega aufgeregt auf meinen ersten Farbenlauf – der uebrigens auch in Málaga Premiere hat – und auf alles andere, was mir in den naechsten Tagen noch begegnen wird, wie z.B der Besuch meiner in Granada studierenden Gastschwester.

Soo, das war er nun also, mein erster Blogeintrag, kurz, aber wie ich hoffe knackig. Fuer meine Grammatikfehler entschuldige ich mich mal ganz grundsaetzlich, auch fuer meine naechsten Eintraege und auch fuer die ganzen ue, ae und oe’s, die der spanischen Tastatur verschuldet sind.

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Sevilla
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Sevilla